Die Paulus’sche Kreativitätstheorie    E= e+w²
Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Die Grundlage meiner Kreativitätstheorie liegt in 2014. Unser vorerst letzter Messeauftritt bei der Heim und Handwerk in München. Stress pur und die daraus gewonnene Erkenntnis unser Marketingkonzept ändern zu müssen. Wir verlagerten in den folgenden Monaten unseren Marketingschwerpunkt ins Netz. Und das sehr erfolgreich. Keine Auftragsdelle im darauf folgenden Jahr und das gewonnene Bewusstsein, dass Änderungen wirklich guttun können. Wir wollten noch mehr Veränderung. Die innerbetriebliche Organisation, die Kundenansprache, unsere Werkstatt- und Lagerstruktur und, da war noch so eine Idee.
Nach den langen Jahren im Oberflächendesign wäre es wirklich cool und an der Zeit eine eigene Produktserie zu entwickeln. Die regelmäßigen Beiträge im malerblog.net, in dem ich meine Oberflächen vorstellen darf, sorgten und sorgen für Anfragen zu den Materialien und der ein oder andere Kollege fragte auch nach kleinerem oder größerem technischen Support. Warum also nicht? Aber so locker geht das nun doch nicht. Einige Voraussetzungen sind da zu beachten. Welche Oberfläche, welche Grundstoffe, mineralisch oder organisch, wo herstellen, und wo hole ich mir das nicht vorhandene Knowhow in den Details? Und noch etwas – ich muss nebenher auch noch meinen Betrieb führen. Die ersten Zweifel waren da durchaus angebracht. Habe ich tatsächlich Zweifel gesagt???
Zweifel gibt es nicht – dafür hab ich doch meine Gleichung!
Und manchmal kommt auch der Zufall zu Hilfe. Anfang 2015 war ich übers Wochenende in Südtirol. Was für alle, die mich kennen, keinen Grund darstellt sich zu wundern. Ich bin da des Öfteren.
Aber diesmal war es auch für mich etwas Besonderes, was mir an anfänglich so noch nicht bewusst war. Am Abend an der Hotelbar stand neben uns ein Paar, anfänglich nahm ich keine besondere Notiz, aber irgendwann bemerkte ich dass die Zwei miteinander deutsch sprachen und mit dem Barkeeper italienisch. Die Bar war nicht sonderlich gefüllt und entsprechend ruhig. Und so kamen wir ins Gespräch. Das aber vollkommen anders verlaufen sollte als ich zunächst dachte. Ich erzähle von meinen edlen Räumen (das mach ich eh am liebsten), was ich so für Pläne im Kopf habe und von unseren zahlreichen Möglichkeiten im Bereich Gestaltung. Unsere neuen Bekannten hörten aufmerksam zu und so kam in mir nicht im Geringsten das Gefühl auf, hier zuviel Werbung zu machen.

 

„Da kenn ich jemanden, der wäre der Richtige für Sie!“ Wie? Für was? Ein Kunde?

„Nein, ich kenne da eine kleine Manufaktur, die beschäftigen sich genau mit solchen Dingen wie Sie auch“

„äh – ja!?“

 

Soviel sei noch verraten: Kein Malerbetrieb. Ein kleiner regionaler Hersteller von dekorativen Produkten.

Das klang doch schon mal interessant. Kurzum: Er ist der Schlüssel zu dem was jetzt kommt.
Keine 4 Wochen später war das erste Treffen mit „Carlo“. So wollen wir ihn einfach mal nennen.

 

Wir redeten den ganzen Abend über Spachteltechniken, Designoberflächen, Kalk, Marmor und was sonst noch so dazugehört. Carlo war gut. Stunden (und etwas Wein) später, Carlo und ich waren schon per Du, war klar: wir machen Etwas, wir müssen einfach unsere Fähigkeiten bündeln. Ich wollte meine Produktreihe und er mehr in den Markt. Perfekt! Und wir wollten gemeinsam einfache und gut zu verarbeitende Produkte, der Preis sollte unter den marktüblichen liegen (oder nicht darüber) und die Qualität natürlich top sein. Glaubwürdig und echt sollten sie für den Betrachter sein. Das war gar nicht sooo einfach und wir waren ab und zu kurz davor aufzugeben! Die Hürden waren vielfältig: mal war der Materialeinsatz zu hoch, mal die Verarbeitung zu schwierig oder gar unmöglich, dann das Anrühren zu kompliziert oder die angestrebte Oberflächenqualität in Optik und Haptik nicht erreichbar. Ich hätte niemals gedacht, dass es so schwierig werden würde. Wahnsinn!! Und das obwohl doch schon einiges an Knowhow vorhanden war. Aber wir wollten dass es passt. Ganz oder gar nicht!

Immer wenn wir ein Problem gelöst hatten, gab es ein neues. Diese wurden zum Glück immer kleiner. Und dann, eines Abends der Anruf von Carlo: „Kannst Du morgen kommen? Ich glaube ich hab es geschafft! Zwei Flaschen Wein später hatten wir das dann auch realisiert. Tatsächlich! Wir haben unser eigenes Produkt, einfach zu verarbeiten, absolut realitätsnah und stabil. Und eigentlich sind es ja gleich mehrere Produkte.

Da soll noch Einer sagen Barbesuche lohnen nicht. Herz was willst du mehr?

 

In dieser Zeit geschah noch etwas, etwas was anfänglich unmerklich begann, aber nach und nach an Tragweite zulegte. Bei der Partnertagung 2015 der malerischen Wohnideen lernte ich Alexander Baumer kennen. Ein im positiven Sinn verrückter Dauerdenker. Wir verstanden uns auf Anhieb und auch hier war klar: Wir müssen was zusammen machen! Déjà-vu? Nein, da steckt etwas anderes dahinter. Wer schon mal Hermann Scherers Vortrag „Chancenintelligenz“ gehört hat, wird es wohl verstehen. Das Erkennen von Chancen im täglichen Leben ist der Schlüssel zum Erfolg.
Knowhow und Erfahrung meets Marketingbegeisterung – perfekt!!!

Gut eineinhalb Jahre und zahlreiche Besuche bei Carlo später, ist es nun soweit: Die eigene Produktlinie!
Mitte Dezember haben wir nun an ausgewählte Kollegen Probematerialien unseres gemeinsamen Labels verschickt – Ein Test der ersten Charge unter natürlichen Bedingungen und ohne die rosarote Brille – zu unserer eigenen Sicherheit (wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass die Materialien wirklich gut sind).
Wir starten Ende Januar und es wird anfänglich folgende Produkte geben:

 

Sichtbeton, Rost, strukturierbarer Kalk-/Marmorputz und Poliermetall (Spachtelmetall)
Unser Label: Lʌmuristʌ           
Ihr wollt noch wissen, was es mit meiner Gleichung auf sich hat?
Das verrate ich in einem meiner nächsten Beiträge;-)

 

Robert M. Paulus
Kreativitätstheoretiker