goldener lorbeerkranz 25 jahre

September 1991, Bestanden! Ich habe die Meisterschule bestanden. Erstmal Entspannung. Aber nur kurz. Mein Plan war damals folgender: Ich suche mir eine Anstellung als Meister in einem größeren Betrieb und lerne zuallererst die Abläufe kennen. Der Betrieb meiner Lehr- und Gesellenjahre war eher unstrukturiert und die Defizite auch für mich erkennbar. Nach ein paar Gesprächen in diversen Betrieben war klar, dass ein Jungmeister nicht wirklich gut verdient. Die Verdienstmöglichkeiten waren nur knapp über dem was ich bereits als Geselle auf dem Lohnzettel hatte. Dafür war ich aber nicht ein Jahr auf der Schule! Das war nicht mein Plan.

Also ab zur Gewerbeanmeldung. Das ging im Handumdrehen. Was definitiv nicht im Handumdrehen ging war die Arbeitsbeschaffung. Ein paar kleinere Aufträge waren Dank meiner in der Meisterschule geknüpften Kontakte zwar schnell organisiert, aber nachhaltig war das nicht. Ich schrieb Bewerbungen an Hausverwaltungen, Bauträger, Makler und was sonst noch so nach potenziellem Auftraggeber aussah. Hartes Brot!

Langsam fing es dann auch an zu laufen. Treppenhäuser, Tiefgaragen, Fenster und leere Wohnungen. Ab und zu mal etwas Gestaltung, die dann auch die nötige Freude vermittelte. Aber alles zu wenig. Wenn ich kontinuierlich am Ball geblieben wäre, hätte ich wohl auch den nötigen Erfolg gehabt. Zur damaligen Zeit jedoch dachte ich etwas mehr freizeitorientiert. Wirtschaftliches Denken – Fehlanzeige! Ich wollte leben, die Welt sollte mir gehören. Der Gap, also der Abstand zwischen sein und wollen, war maximal. Aber das war nicht in meinem Bewusstsein. Irgendwie rettete ich mich aber ein paar Jahre von Auftrag zu Auftrag, oft nicht wissend von was ich all die Rechnungen begleichen soll die jeden Monat so auf mich einregneten.

Spaß geht anders. Und Arbeit soll auch Spaß machen. Ohne wirtschaftlichen Erfolg ist das aber nicht so einfach, zumindest nicht für mich.

Ich musste dringend etwas ändern. Das ist jedoch leichter gesagt als getan. Ein persönliches Verhalten zu verändern dauert Jahre und erfordert ein gehöriges Maß an Bewusstsein, Reflektion und Kontinuität.

1996 war mir das bewusst, mein geistiger Spiegel war groß genug zu erkennen wo ich war, wer ich war und dadurch auch wohin ich wollte. 1999 erst war es dann soweit. Mein Leidensdruck war groß genug jetzt wirklich etwas zu verändern. Das war rückblickend das wohl wichtigste Jahr meiner Selbstständigkeit. Das Jahr meiner Vision. Ich wollte glücklich sein, bei Allem was zu meinem Leben gehört. Ich begann so ziemlich alles zu verändern. Das Alles habe ich aber schon niedergeschrieben. Auf unserer Homepage www.edle-raeume.de unter Vision.

Genau das ist auch der Grund warum wir dieses Jahr nicht feiern. Edle Räume – wie wir es heute kennen –  existiert erst seit 1999. Jetzt ein Vierteljahrhundert zu feiern wäre nicht in Ordnung. Selbstbetrug und den Kunden gegenüber unehrlich.

2024 aber, und das verspreche ich, lassen wir es richtig krachen. Dann können wir mit gutem Gewissen auf 25 Jahre edle Räume zurückblicken.